![]() |
||
| Weitere Berichte Mail ab Februar 07 | ||
Lena Köver hat im letzten Jahr am Mariengymnasium ihr Abitur bestanden. Jetzt erlebt sie ein aufregendes praktisches Jahr während eines Praktikums mit Straßenkinder in Lima (Peru). In ihren Beschreibungen erzählt sie vom Alltag der Kinder, die außer Klebstoff schnüffeln kaum wissen wie sie ihre Freizeit verbringen sollen. Gleichzeitig hat sie tolle Ideen, wie sie gemeinsam mit diesen Kindern arbeiten kann. Wenn wir sie am Mariengymnasium unterstützen, würde sie sich bestimmt freuen und wir wissen, dass unser Geld sofort unmittelbar für einen guten Zweck genutzt wird. |
||
![]() ![]() |
||
„Herzlichen Glueckwunsch zum Abitur!” Als ich dieses Jahr im Juni diesen Satz von Herrn Dr. Lichte hoerte, war meine siebenjaehrige MG-Schulzeit offiziell beendet – ich lernte viele wichtige Dinge, so zum Beispiel auch, dass man Texte mit einem Zitat beginnt, um das Leseinteresse zu steigern...
Drei Monate spaeter, am 2. September hob am Duesseldorfer Flughafen ein Flugzeug mit Zwischenstopp Altlanta nach Lima, Peru ab. Mit an Bord: ICH.
Mittlerweile lebe ich seit zwei Monaten in Lima und habe mich an so ziemlich alle „Merkwuerdigkeiten“ die das suedamerikanische Leben bereithaelt gewoehnt. So ist zum Beispiel der erste Griff, wenn man in ein Auto steigt nicht der zum Gurt, sondern der zu dem Knopf, der das Auto von innen abschliesst, damit man an Ampeln nicht ueberfallen wird. Das Toilettenpapier kommt nicht in die Toilette sondern in einen Eimer daneben, da sonst die Rohre verstopfen, und das erklaerte Nationalgericht der Peruaner ist Meerschweinchen.
„Warum“, werdet ihr euch vielleicht jetzt fragen, „tauscht sie freiwillig Weisswurst und Sauerkraut gegen Meerschwein und das schoene Jever gegen eine haessliche Acht-Millionen-Metropole?!“
Nun, ich bin hier Volontaerin fuer den Verein „Strassenkinderarbeit Lima e.V.“ aus Giessen und arbeite montags bis freitags in einem Kinderheim fuer ehemalige beziehungsweise potentielle Strassenkinder. In einem Jungen-und einem Maedchenhaus leben hier 25 Maedchen und 10 Jungen wie eine Familie zusammen. Die Kinder kommen von der Strasse, aus dem Dschungel oder aus Familien, die ihre Kinder nicht versorgen koennen. Drei weitere Maedchen aus Deutschland und ich sind fuer sie da, spielen mit ihnen, bringen sie zur Schule und machen Hausaufgaben mit ihnen. Es ist wichtig fuer die Kinder zu erfahren, dass es Menschen gibt, die sich fuer sie interessieren und ihr Leben ein bisschen schoener und interessanter gestalten wollen.
Leider sind hier die finanziellen Mittel sehr knapp und somit haben wir nicht wirklich viele Moeglichkeiten, den Alltag der Kinder besonders zu gestalten.
Wir wuerden gerne mehr Spiele und Bastelmaterialien anschaffen und in den Sommerferien – die hier drei Monate dauern – mal einen Ausflug zum Strand, in den Freizeitpark oder in den Zoo machen.
Durch den Fastentag und den Kuchenverkauf am Elternsprechtag sollen diese Vorhaben nun realisiert werden koennen.
Ich danke denen, die diese Aktionen in jeglicher Weise unterstuetzen und freue mich so sehr, dass die Kinder hier erfahren duerfen, dass sich Kinder in ihrem Alter vom anderen Ende der Welt fuer sie interessieren und ein bisschen was von ihrem guten Leben abgeben.
Ein herzliches DANKE und viele liebe Gruesse aus Peru sendet
Lena Koever |
||
|
||
Mail ab Februar 07
|
||
|
||